Obersee Nachrichten Kolumne #7: Es könnte bald eng werden

Bis jetzt hält sich der Kaffeepreis noch ganz solide, trotzdem könnte er aber aufgrund der Angst vor möglichen Lieferengpässen schon bald steigen.

Wegen der Corona-Krise sind die Preise einiger Agrarrohstoffe stark ins Schwanken geraten. Anders sieht es aber noch beim Kaffee aus – dieser hält sich bis jetzt recht waker.

Warum der Preis dennoch gefährdet ist, liegt an mehreren Gründen. Bis 1989 wurde im Rahmen diverser internationaler Kaffeeabkommen die Produktion von Rohkaffee gedrosselt, um den Kaffee Weltmarktpreis stabil zu halten. Mit dem Ende des Kalten Krieges wurden diese nach und nach aufgelöst – mit dem Ergebnis, dass viel zu viel Kaffee erzeugt wurde. 2001 kam es schließlich zu einem drastischen Verfall der Kaffeepreise und damit zu dramatischen Folgen für die Kaffeearbeiter: Hunderttausende verloren ihre Arbeit, viele verhungerten. In den Folgejahren wurde als Konsequenz immer weniger Kaffee angebaut, so dass seit 2006 der Kaffeepreis wieder kontinuierlich steigt – bis jetzt aber recht stabil blieb. Aufgrund der Corona-Pandemie kann sich das ändern, denn Kaffeeimporteure in einigen der grössten Abnehmerländer füllen derzeit ihre Lagerbestände auf und ziehen Bestellungen um bis zu einem Monat vor. Sie wollen so Engpässe vermeiden, falls die weltweiten Lieferketten durch Sperren unterbrochen würden. Hinzu kommt, dass der Kaffeekonsum kaum sinken dürfte – wir alle sitzen wegen Corona zu Hause und trinken Kaffee im Homeoffice. Mitunter diese Gründe könnten höchstwahrscheinlich dazu führen, dass der Kaffeepreis gegen Ende des Jahres oder Anfang 2021 deutlich steigen wird.


Tipp:​ Bis das Schlimmste eintrifft, ist es wichtig lokal einzukaufen. Kaufen Sie lieber Kaffee von kleinen Röstereien in Ihrer Umgebung. So sorgen Sie dafür, dass die Unternehmen gerüstet sind und mögliche Schwankungen allenfalls abfedern können.


Zur Person: Philip Michael, der gebürtige Deutsche mit britischen Wurzeln, lebt und arbeitet mittlerweile in Buttikon. Seinen Kaffee trinkt er schwarz. Der gelernte Barista kommt ursprünglich aus der Werbung, hat sich aber vor ein paar Jahren voll und ganz dem Kaffee verschrieben.

Fragen rund ums Thema Kaffee, an folgende E-Mail: philip@ansaro.ch


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